
PULAU SUMATRA
Die Sumatra ist die westlichste der vier großen Sundainseln und gehört zur Republik Indonesien. Weiter ist Sumatra mit ca. 480.0000 km² die sechstgrößte Insel der Erde. Die Insel erstreckt sich mit einer Länge von ca. 1.700 Kilometer über beide Hemisphären der Erde, da der Äquator ziemlich genau in der Mitte von Sumatra verläuft. Die höchste Erhebung auf der Insel und in ganz Südostasien ist der Stratovulkan Kerinci mit einer Höhe von knapp über 3.800 m. Der Gunung Kerinci liegt im südwestlichen Ende des Nationalparks Kerinci-Seblat. Mit einer Gesamtausdehnung von knapp 1,4 Mio. ha ist er damit der größte Nationalpark Sumatras.
Insel der Hoffnung und Land des Goldes wurde die Insel von der einstigen Kolonialmacht Niederlande bezeichnet. Dies liegt daran, dass dort eine Unzahl an Rohstoffen und landwirtschaftlichen Produkten zu finden sind. Erdöl und Erdgas stehen hier an erster Stelle bei den Exporten. Auch eine sehr große Palmölproduktion in leider endlosen, monotonen Plantagen ist im Bereich der Ebenen auf der Insel zu finden. Die Anlage der Plantagen führt dabei zu einer immer weiter fortschreitenden Zerstörung der ursprünglichen Regenwälder. Heute ist der Inselstaat nach Malaysia der zweitgrößte Produzent von Palmöl auf der Welt.
Rund 50 Millionen Menschen leben auf der Insel. Dies ist in etwa nur 1/10 der Bevölkerungsdichte als auf der sogar kleineren Hauptinsel Java. Die Bevölkerung ist großenteils malaiischen Ursprungs. Die größten indigenen Bevölkerungsgruppen sind die Batak und Achinesen. Hauptreligion ist der Islam, in einer gemäßigten vor. Etwa 20 % sind aber auch Christen, so zum Beispiel die verschiedenen Volksstämme der Batak, die vor der Christianisierung durch die Holländer, ein Volk mit einer Naturreligion waren.
MEDAN
KOTA MEDAN
Die Stadt Medan ist die Hauptstadt der Provinz Sumatra Utara, Nordsumatra, und ist zudem auch mit ca. 3,6 Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt in Indonesien. Medan ist zudem der ideale Ausgangspunkt zum Besuch des Tobasees, aber auch des Regenwaldes bei Bukit Lawang, um dort die letzten frei lebenden Orang-Utans zu besuchen.
ISTANA MAIMUN
Der Istana Maimun oder Palast des Maimun diente als die Residenz des Sultans Makmun Al Rasyid Perkasa Alamsyah. Makmun war einst der Sultan von Deli, einem kleinen Sultanant in Ostsumatra im 17. bis 19. Jahrhundert, mit seiner Hauptstadt Medan. Der Palast hebt sich durch seinen malaiisch-islamischen Baustil und der verspielten Ornamentik aus dem allgemein, eher tristen Stadtbild hervor.
Nur der ehemalige Thronsaal des Palastes kann noch besichtigt werden, da noch Angehörige des Sultans die restlichen Trakte des Palastes bewohnen. Der jetzige Sultan, Aria Mahmud Lamanjiji, der schon mit acht Jahren, nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2005, zum 14. Sultan von Deli ernannt wurde, lebt jedoch nicht mehr im Palast. Er lebt zurzeit am anderen Ende des indonesischen Archipel, auf der Insel Sulawesi, die östlich von Borneo gelegen ist.
GUNUNG TIMUR
Der Gunung Timur Tempel wurde 1962 erbaut und ist der größte chinesische Tempel in Medan und Dongyue Dadi gewidmet. Dongyue Dadi, die Gottheit des Taishan, ist eine daoistische Berggottheit des heiligen Berges Tai Shan. Dieser Tempel diente der chinesischen Gemeinde in Medan viele Jahre als religiöses Zentrum und ist zugleich eines der wichtigsten, multikulturellen Wahrzeichen der Stadt Medan.
Dieser Tempel wurde in Zusammenarbeit der taoistischen und buddhistischen Gemeinden in Medan gegründet. Er ist nicht nur ein buddhistisches Gotteshaus, sondern auch eine bedeutende historische Stätte. Der Bau des des Tempels begann im Jahr 1960. Am Eingang stehen zwei kunstvoll verzierte Löwen- und Drachenstatuen, wichtige Symbole der chinesischen Kultur. Darüber hinaus wurden im Tempel überwiegend Rot- und Gelbtöne verwendet. Diese Farben wurden als dominierende Farben gewählt, da sie in der chinesischen Kultur als Glücksfarben gelten. Im Inneren des Gebäudes befinden sich ein buddhistischer Altar mit Statuen des Maitreya-Buddha und der Göttin Kwan Im und insgesamt 80 chinesische Götterstatuen.
MASJID RAYA AL-MASHUN
Die Große Moschee von Medan oder Masjid Raya Al-Mashun ist wohl die bedeutendste Sehenswürdigkeit in Medan. Die Moschee wurde im Jahr 1906 aus gespendeten Steinen eines ehemaligen, buddhistischen und hinduistischen Tempel erbaut und gilt zudem als eine der schönsten Moscheen in Indonesien.
Zuerst wurde die Moschee von dem niederländischen Architekten van Erp entworfen, der auch den Maimoon-Palast entwarf, er enenfalls in Medan gelegen ist. Später übernahm der ebenfalls niederländischen Architekt Tingdeman das Bauvorhaben. Tingdeman wirkte zudem auch an der Restaurierung des Borobudur-Tempels in Zentraljava mit.
BUKIT LAWANG
KOTA BUKIT LAWANG
Das Tor zu den Bergen, wie Bukit Lawang auch in der Übersetzung bedeutet, ist ein kleines Dorf in Zentralsumatra und liegt ca. 90 km westlich von Medan am Fluss Bohorok. Der Fluss war zudem auch verantwortlich dafür, dass der Ort während eines verheerenden Hochwassers im Jahr 2003 fast komplett zerstört wurde. Bukit Lawang ist ebenfalls ein idealer Ausgangspunkt für einen Besuch des Nationalparks Gunung Leuser. Im Ort kann man sich weiter auch in einem Besucherzentrum des Nationalparks über die Flora und Fauna im Park informieren.
GUNUNG LEUSER NATIONALPARK
Der Nationalpark ist nach dem gleichnamigen Vulkan Gunung Leuser benannt und umfasst eine Gesamtfläche von ca. 9.000 km². Die UNESCO nahm im Jahr 1995 den Nationalpark Gunung Leuser deshalb sogar ins Weltnaturerbe auf.
Im Nationalpark lebt zudem eine der letzten, frei lebenden Populationen von Orang-Utans in Indonesien. Sie findet man sonst nur noch auf der südostasiatischen Insel Borneo in freien Wildbahn. Der Nationalpark beherbergt weiter noch mindestens sieben weitere Affenarten. Neben den Affen sind dort zudem auch die äußerst selten Sumatra-Tiger und Sumatra-Nashörner beheimatet. Diese wird man aber wohl nicht zu Gesicht bekommen, da sie sich eher im Zentrum des Parkes aufhalten und zudem sehr scheu sind.
DANAU TOBA
DANAU TOBA
Der Toba See liegt im zentralen Norden von Sumatra und ist mit ca.1.800 km², einer Länge von fast 80 km und einer Breite von fast 30 km, ungefähr viermal so groß wie der Bodensee in Deutschland. Der See ist der größte See in Asien und auch der weltweit größte Caldereasee. Der gesamte See wird von einer Hochebene, auf der sich einige kleinere, auch aktive Vulkane erheben, umgeben. Entwässert wird der Tobasee durch den 150 km langen Fluss Asahan, im äußersten Südosten des Sees, aus der Bucht von Porsea.
Auf der Hocheneben befinden sich schon einige Siedlungen des Volkstammes der Batak. Deren Siedlungszentrum liegt jedoch in unmittlebarer Nähe des Tobasees und vor allem auf der Insel Samosir. Entstanden ist der See durch den Einbruch des Vulkan während eines der größten Vulkanausbrüche in den letzten Zeit der Erdgeschichte vor ca. 75.000 Jahren.
SAMOSIR
Dieser Ausbruch hatte zudem eine erhebliche Auswirkung auf das weltweite Klima. eine große Zahl der damaligen Erdbevölkerunbg starb sogar auf grund der Klimaänderung aus. Weitere spätere Ausbruche führten dann zur Bildung der im See liegenden Insel Samosir.
Die Insel Samosir ist das Zentrum der Batakkultur in Indonesien. Die Batak sind einer der größten ethnischen Gruppen in Sumatra. Berühmt sind vor allem die klassischen, aufgeständerten Holzhäuser mit den spitz zulaufenden Giebeln und ornamentartigen und symolträchtigen Verzierungen.
Die typischen Häuser können im noch bewohnten Museumsdorf Siallagan besucht werden. Besonders sehenswert ist auch der Friedhof von Tomok mit seinen fast 400 Jahre alten Steingräbern. Die megalithischen Sarkophagen sind die letzte Ruhestätte der einstigen Sidabutar-Königsfamilie.
PULAU JAWA
Die etwa von Ost nach West auf ca. 1.100 km langgestreckte Insel Java liegt im Zentrum des indonesischen Archipels und ca. 6° bis 9° südlich des Äquators. Sie ist auch das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum von Indonesien. Auf einer Fläche von ca. 120.000 km² leben hier ca. 150.000 Millionen Einwohner. Dies sind etwa die Hälfte aller Einwohner von Indonesien. Java ist somit gerade doppelt so groß wie Bayern, hat aber 10-mal so viele Einwohner. Auf Java liegt mit Jakarta auch die Hauptstadt von Indonesien. Dieser Ballungsraum ist mit mittlerweile (Stand Ende 2025) über 40 Millionen Einwohnern nach dem Großraum Tokio die zweitgrößte Metropolenregion der Welt. Weiter ist Jakarta auch die größte Stadt Südostasiens.
Wie eigentlich alle Inseln des indonesischen Archipels wird auch die Landschaft von Java von einer Vielzahl Vulkanen geprägt, die aus den fruchtbaren Ebenen hervorragen. Auf der Insel gibt es heute, wie auf einer Perlenkette gereiht, 38 teils erloschene, teils noch aktive Vulkane. Der nahe Großstadt Yogyakarta gelegenen Merapi ist dabei wohl einer der bekanntesten und gefährlichsten Vulkane des Archipels.
In Java stellt die Religion Islam die Bevölkerungsmehrheit. Java wurde im 15. und 16. Jahrhundert islamisiert, sodass heute rund 91 Prozent der Menschen diesem Glauben angehören. Auf der Insel heimische ethnischen Gruppen sind die Javaner im zentralen und östlichen Teil und die Sundanesen im westlichen Teil von Java.
In Java sind fast alle freien Flächen kultiviert. Neben Tabak‑, Kaffee- und Maisanbau prägen vor allem die terrassenförmig angelegten Reisfelder das Landschaftsbild.
JAKARTA
ISTIQAL MOSCHEE
Jakarta ist die Hauptstadt von Indonesien und mit ca. 35 Mio. Einwohnern nach dem Großraum Tokio die zweitgrößte Metropolenregion der Welt. Weiter ist Jakarta die größte Stadt Südostasiens, sowohl wirtschaftliches als auch kulturelles Zentrum von Indonesien. Ein muss in der Stadt ist der Besuch der Istiqlal Moschee. Der auch als Unabhängigkeitsmoschee bezeichnete Sakralbau ist die größte Moschee in Südostasien und bietet mehr als 120.000 Gläubigen Platz.
Jakarta ist die Hauptstadt von Indonesien und mit ca. 35 Mio. Einwohnern nach dem Großraum Tokio die zweitgrößte Metropolenregion der Welt. Weiter ist Jakarta die größte Stadt Südostasiens, sowohl wirtschaftliches als auch kulturelles Zentrum von Indonesien. Ein muss in der Stadt ist der Besuch der Istiqlal Moschee. Der auch als Unabhängigkeitsmoschee bezeichnete Sakralbau ist die größte Moschee in Südostasien und bietet mehr als 120.000 Gläubigen Platz.
GEREJA SANTA MARIA
In unmittelbarer Nähe der Moschee befindet sich das größte und eines der schönsten christlichen Gotteshäuser in Südostasien. Die Kathedrale von Jakarta, die Mariä Himmelfahrt geweiht wurde, wurde vom niederländischen Priester Dijkmans entworfen und im Jahr 1901, also noch vor der Istiqlal Moschee, erbaut. Einen schönen Ausblick auf die Stadt hat man vom Monumen Nasional (Monas), dem Nationales Denkmal Indonesiens, das für den Unabhängigkeitskampf steht.
KOTA TUA
Historisches Zentrum ist das durch den dort vorherrschenden kolonialen Baustil geprägte Stadtviertel Kota Tua mit dem zentralen Fatahilla-Platz. Kota Tua ist das restliche Überbleibsel von Batavia, wie Jakarta auch einst bezeichnet wurde. Die Siedlung der Niederländer gewann zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung und wurde dann für über 300 Jahren mit dem alten Hafen Sunda Kelapa zudem das wirtschaftliche Zentrum der Niederländische Ostindien-Kompanie.
SUNDA KELAPA
In der Nähe befindet sich auch der chinesiche Markt mit seinen verwinkelten Gassen. Dort kann man so ziemlich alles Essbare und auch für den europäischen Gaumen nicht so ganz Essbare kaufen. In dem alten Hafen findet man heute noch die weltweit größte Flotte von Lastensegelschiffen (Pinisi), die die gesamte umliegende Inselwelt mit Handelsgütern beliefern. Dort überspannen auch ähnlich wie in Amsterdam eine Vielzahl von Zugbrücken die kleinen Kanäle und verbinden die alten Kontorhäuser und Dockanlagen.
PANGANDARAN
PANANJUNG PANGANDARAN
Pangandaran ist ein kleiner Fischer- und Badeort an der Südküste von Java. Der Ort liegt unmittelbar nördlich einer kleinen Halbinsel, auf der sich der kleine Nationalpark Pananjung Pangandaran befindet. Zu traurige Berühmtheit gelangte der Ort, als er im Jahr 2006 nach einem Beben der Stärke 7,7 durch den anschließenden Tsunami mit einer Wellenhöhe von bis 10 m fast vollständig zerstört wurde.
Der Ort liegt unmittelbar nördlich einer kleinen Halbinsel, auf der sich der kleine Nationalpark Pananjung Pangandaran befindet. Auf der aAlbinsel finden sich jede Menge Affen, Warane und Hirsche. Mit etwas Glück kannman dort auch in den vielen Höhlen Stachelschweine finden.
CUKANG TANEUH
Der Ort ist ein guter Ausgangspunkt zum Besuch des Cukang Taneuh, der auch als Green Canyon bezeichnet wird und nur ca. 30 km westlich von Pangandaran gelegen ist. Der Name grüner Canyon kommt wohl von der grünen Wasserfarbe, die in der Schlucht vorherrscht.
DATARAN TINGGI DIENG
TINGGI DIENG
Idealer Ausgangspunkt zum Besuch des über 2.000 m hohen, durch vulkanische Aktivitäten geprägten Dieng-Plateaus ist der kleine Marktflecken Wonosobo, der in nördlichen Bereich der Hochebene gelegen ist. Eingerahmt wird der Ort von zwei über 3000 m hohen, zurzeit auch aktiven Vulkanen, dem Gunung Sumbing und Gunung Sundoro. Neben den beiden großen Vulkanen sind auf der Hochebene ein Vielzahl von kleineren Vulkanen zu finden. Auch gibt es eine Vielzahl von vulkanischen Aktivitäten, Schlammquellen, Fumarolen, Solfataren und Heißwasserquellen zu bewundern. Ein weiteres Highlight ist sind die beiden Seen, der eigentlich aus zwei Seen Telaga Pengilon und Telaga Warna, die in einer älteren Caldera gelegen sind, aber unterschiedliche, teils sich auch ändernde Wasserfarben besitzen.
CANDI DIENG
Neben einem Besuch der vulkanischen Aktivitäten findet man auf der Hochebene eine Vielzahl von hinduistischen Tempel. Die Bauwerke gehören dabei zu den ältesten hinduistischen Tempelanlagen auf Java. Die über 400 Tempel wurden dabei schon ab dem 8. Jahrhundert errichtet. Alle Dieng-Tempel sind nach Helden des bekanntesten, indischen Epos, dem Mahabharata, benannt.
YOKYAKARTA
KOTA YOKYAKARTA
Die Sultanstadt Yokyakarta, die Jahr 1755 gegründet wurde, liegt im Zentrum von Java und ist das Zentrum der traditionellen javanischen Kultur. Die Stadt Yokyakarta und die kosmologische Achse mit ihren historischen Wahrzeichen und Denkmälern wurde deshalb auch von der UNESCO im Jahr 2023 ins Weltkulturerbe aufgenommen.
KERATON YOKYAKARTA
Im Stadtzentrum von Yogyakarta liegt der Sultanpalast Keraton Yogyakarta, der oft auch nur als Kraton bezeichnet wird. Der offizielle Name lautet Keraton Ngayogyakarta Hadiningrat. Der Palast ist eigentlich eine Stadt in der Stadt und beinhaltet neben dem Sultanpalast neben einer Vielzahl von Wohnhäusern für seine Untertanen auch einen Markt mit vielen Geschäften, Kunstwerkstätten und natürlich auch eine Moschee.
TAMAN SARI
Ein weiterer kultureller Höhepunkt ist das Wasserschloss Taman Sari des Sultans. Der Gebäudekomplex beinhaltet eine Badeanlage des Sultans mit insgesamt drei getrennte Badebecken für das Sultanpaar, für die Konkubinen und die gemeinsamen Kinder.
WAYANG
Yogyakarta gilt auch als Zentrum für das traditionelle Schattenspiel Wayang Kulit, des Spiels mit Puppen Wayang Golek und des Maskenspiels Wayang Topeng. Die Form der Figuren und die dargestellten mythischen Geschichten haben sich seit dem Vordringen des Islam ab dem 15. Jahrhundert in die zuvor hinduistischen Zentren des Wayang in der indonesischen Inselwelt stark gewandelt. Das Wayang-Puppentheater wurde auch im Jahr 2003 von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft.
CANDI PRAMPANAN
Candi Prambanan ist die größte hinduistische Tempelanlage in Indonesien. Der Tempel liegt ca. 18 km östlich von Yogyakarta in einer weiten Ebene, in der noch eine Vielzahl von hinduistischen Tempelanlagen zu finden sind. Im Jahr 1991 nahm die UNESCO den Tempelkomplex Prambanan ins Weltkulturerbe auf.
Die große, streng geometrisch angeordnete Anlage beinhaltet acht Haupttempel, sowie mehr als 240 Einzeltempel. Diese sind schachbrettartig um die eigentlichen Haupttempel angeordnet. Diese wurden während der Blütezeit der mächtigen Sailendra-Dynastie im 8. Jahrhundert nach Christus erbaut. Weiter sind die Tempel von einer Vielzahl von heiligen Schreinen umgeben, die in drei Teilen angeordnet sind und ein hohes Maß an Steinbautechnik und Architektur aus dieser Zeit vorzeigen.
BOROBUDUR
Der Borobudur-Tempel liegt ca. 25 km nordwestlich von Yogyakarta. Die Tempelanlage ist die größte und überdies bedeutendste, buddhistische Tempelanlage der Welt. Der Tempelkomplex wurde bereits um das Jahr 750 erbaut und ist somit sogar noch knapp 300 Jahre älter als Angkor Wat in Kambodscha. Der Vulkan Merapi verschüttete durch mehrere Vulkanansprüche den Tempelkomplex. Auch die wuchernde tropische Vegetation trug außerdem dazu bei, dass der Tempel zunehmend in Vergessenheit geriet. Erst im Jahr 1814 wurde sie wiederentdeckt und dann in den nächsten Jahrzehnten wieder ausgegraben. Ein Restaurierungsprogramm, das unterer anderen auch durch die Bundesrepublik Deutschland mitfinanziert wurde, brachte dann große Teile der Anlage wieder zu dem einstigen Glanz. Die UNESCO nahm schließlich die Tempelanlage Borodubur im Jahr 1991 ins Weltkulturerbe auf.
Borobudur ist ein massives Bauwerk, das in Form einer Stufenpyramide errichtet wurde. Sie besteht aus neun gestapelten, sechs quadratischen und drei runden Plattformen. Die zentrale Stupa mit einer Höhe von ca. 10 m gekrönt schließlich die Tempelanlage. Die Basis des Tempels ist quadratisch und symbolisiert das irdische Reich, während die oberen Ebenen kreisförmig sind und das göttliche Reich darstellen. Der Aufbau des Tempels ist somit so gestaltet, dass er die Pilger auf eine Reise zur Erleuchtung führt, die von den irdischen Wünschen an der Basis zur spirituellen Erleuchtung an der Spitze führt. Insgesamt 504 vollplastische Buddhastatuen, von denen aber nur noch ca. 300 gut erhalten sind, und 2672 Flachreliefs dekorieren den Tempel.
BROMO TENGGER SEMURU
TENGGER CALDERA
Die Entstehung der Tengger-Caldera erfolgte vor ca. 800.000 Jahren in mehrere Stadien und entstand aus insgesamt 5 Stratovulkanen, die alle in einer einzigen Caldera kollabierten. Diese Calderen überlappen sich heute und bilden zusammen die Tengger-Caldera. Die Caldera ist nach dem dort Lebenden Volk der Tengger benannt. Der Durchmesser der großen Caldera beträgt ca. 10 km. Im Bereich der heutigen Caldera liegen insgesamt fünf Vulkane. Der höchste Vulkan ist der ca. 3.700 m hohe Semeru. Der am bekanntesten und auch jüngste Kraterkegel ist der ca. 2.350 m hohe Vulkan Bromo, der nach dem hinduistischen Gott Brahma benannt ist.
PURA LUHUR POTEN GUNUNG BROMO
Am Fuß des ca. 100 m über den jetzigen Calderabodens hinausragenden Vulkankegels liegt deshalb auch ein hinduistischer Tempel. Der Pura Luhur Poten Gunung Bromo hat eine enorme Bedeutung für das Volk der Tengger. Im Rahmen des alljährlich stattfindenden, hinduistischen Festes Yadnya Kasada steigen die Tengger auf den Bromo, um am Kraterrand den Göttern dort Lebensmittel, aber auch Blumen und Vieh zu opfern, indem sie von dort aus die Opfergaben in die Caldera des Bromo werfen.
KALIBARU
KALIBARU
Der Distrikt Kalibaru auf Java gilt mit dem Anbau von exotischen Früchten und Gemüsesorten auch als Garten Eden. Von den dort verstreuten, kleineren Ortschaften lassen sich auch schöne Wanderungen durch die grüne Berglandschaft starten. Einige der schönsten Wasserfälle Indonesiens, wie zum Beispiel der Air Terjun Tirto Kemanten und die Kaskaden Air Terjun Kembar Legomoro sind dort zu finden.
PULAU BALI
Die Insel Bali liegt unmittelbar östlich von Java und ist nur durch die 2,5 km breite Bali-Straße von Java getrennt. Bali ist die westlichste der Kleinen Sundainseln und ist mit einer Breite von 100 km und einer Länge von 150 km deutlich kleiner als Java und Sumatra.
Die meisten Berge auf Bali sind, wie üblich bei den Inseln des indonesischen Archipels, vulkanischen Ursprungs und bedecken fast drei Viertel der gesamten Inselfläche. Der Vulkan Gunung Agung, was einfach nur hoher Berg bedeutet, ist mit ca. 3150 Metern der höchste Berg der Insel. Der Gunung Agung liegt ganz im Osten der Insel und hat einen festen Platz in der hinduistischen Götterwelt und für die dort wohnenden Geister der Ahnen.
Anders als auf Java, wo die Bevölkerung mehrheitlich Muslime sind, ist Bali von einer hinduistischen Bevölkerungsmehrheit geprägt. Außerhalb von Indien, Nepal und Mauritius ist dies die einzige Region.
Neben dem auf ganz Indonesien allgegenwärtigen Reisanbau werden auf Bali Tabak, Kaffee und Kakao produziert. Weiter werden eine Vielzahl von Gewürzen wie Pfeffer, Vanille und Gewürznelken angebaut. Vor allem der Reisanbau hat auf Bali eine große Bedeutung und ist schon seit dem 9. Jahrhundert dokumentiert. Ausreichend Wasser und die äußerst fruchtbare Vulkanerde gewährleisten hierbei bis zu drei Ernten im Jahr. Neben der Landwirtschaft ist natürlich der Tourismus die Haupteinnahmequelle auf Bali.
PERMUTERAN
DESA PERMUTERAN
Die Ortschaft Permuteran liegt ganz im Nordwesten von Bali und ist dabei ein idealer Ausgangspunkt zum Besuch des Natioalparks Barat, der sich über einen Großteil der vorgelagerten Küstengewässer erstreckt.
In der Nähe von Permuteran gibt es eine Vielzahl von hinduistischenen Tempelanlagen. Am bekanntesten ist dabei wohl der Pura Pabean, der am östlichen Ortsausgang von Permuteran, direkt am Meer auf einer kleinen Felsanhöhung, gelegen ist.
MUNDUK
DESA MUNDUK
Die Ortschaft Munduk liegt im Norden von Bali und ist berühmt für seine tropisch grüne Landschaft mit vielen möglichen Wanderungen zu einer Vielzahl von Seen und Wasserfällen, die zwischen der vulkanisch geprägten Landschaft zu finden sind. Auch die Reisterrassen müssen keinen Vergleich zu den weitaus berühmteren Reisfelder bei Ubud scheuen, zumal dort der Auflauf an Touristen mit Selfie-Ambitionen Gott sei Dank doch noch deutlich eingeschränkt ist.
LAANGAN MELANTING
Die schönsten Wasserfälle sind wohl der Red Coral Waterfall, der auch oft als Munduk Waterfall bezeichnet wird, und der Laangan Melanting Waterfall. Alle vier im Umkreis von Munduk zu findenden Wasserfällen sind über einen einzigen Rundweg mit dem Startpunkt von der Ortschaft Munduk bequem zu erwandern.
DANAU BRATAN
Östlich von Munduk gibt es insgesamt drei größere Seen, die sich um ein Trio aus drei Vulkanen mit dem ca. 1.850 m hohen Gunung Lesung gruppieren und in einer älteren großen Caldera entstanden sind.
Der Danau Buyan und der Danau Tamblingan sind dabei Zwillingsseen. Der dritte See Danau Bratan liegt etwas weiter östlich. An diesem See liegt auch der Wassertempel Pura Ulun Danu Bratan.
Der Tempel der Quelle des Sees von Bratan ist einer der bedeutendsten Tempelkomplexe des Hinduismus auf Bali. Am Tempel bringen die Bauern auch Opfergaben dar, um für eine immer ausreichende Bewässerung ihrer Felder durch das Wasser des Sees zu bitten.
Wichtigstes Gebäude ist der elfstöckige Meru oder Pagode, der auch den 50.000 indonesische Rupiah Schein ziert. Die an sich hinduistische Tempelanlage beinhaltet aber auch buddhistische Elemente in Form von einer Stupa und mehreren Buddhastatuen.
KEBUN RAYA BALI
Östlich des Sees Danu Bratan liegt der Botanischer Garten in Bedugul, Kebun Raya Bali, der sogar der größte botanische Garten in Indonesien ist. Die gesamte Anlage mit knapp 160 ha gliedert sich in mehrere unterschiedliche Themenbereiche. Neben einem Areal, das sich ausschließlich dem tropischen Regenwald von Bali widmet, gibt es eine Orchideengarten, ein Kakteen-Gewächshaus und der Garten (Taman Usada) mit einheimischen Heilkräutern.
UBUD
KOTA UBUD
Der Verwaltungsbezirk Ubud, ein Zusammenschluss aus einer Vielzahl kleinerer Gemeinden, liegt in Hochland von Zentralbali und ist das Zentrum der balinesischen Kultur und der Handwerkskunst. Vor allem die Malerei und die Textilkunst, aber auch traditionelle Holzschnitzereien und Glasarbeiten in Kombination mit Holz sind in Ubud weit verbreitet. Das Wort Ubud leitet sich dabei vom von balinesischen Wort ubad, was Medizin bedeutet, ab. Einst Geheimtipp für Künstler, Dichter aber auch für Aussteiger hat sich der Ort mittlerweile zu einem Touristenmagneten entwickelt und zieht jährlich bis ca. 4 Millionen Besucher an.
TEGALLALANG
Die ländliche Umgebung von Ubud wird von einer Vielzahl von Reisterrassen geprägt. Die Reisterrassen schlängen sich dabei entlang des von Nord nach Süd gerichteten Flusssystem. Dieses Flusssystem entspringt dabei an den Hängen des Vulkans Batur. Der Batur ist dabei das prägendsten großräumige Landschaftselement in Ostbali. Die Reisterrassen von Tegallalang gehören dabei mit zu den schönsten Feldern. Die Terrassen liegen dabei ca. 10 km nördlich von Ubud.
Eine Genossenschaft bewässert und bewirtschaftet dabei die Felder. Ursprünglich wurde dabei nur die eigentliche Bewässerung an sich als Subak bezeichnet. Dieses System der Bewässerung wurde durch einen königlichen Erlass schon im Jahr 1022 eingeführt. Die UNESCO nach in Jahr 2012 schließlich dieses Bewässerungssystem ins Weltkulturerbe auf. Im Mandala Matika Subak Museum nahe der kleinen Ortschaft Tabanan werden hierzu die entsprechenden Anbaumethoden und das Bewässerungssystem Subak dargestellt und erklärt.
PURA TAMAN AYUN
Der hinduistische Taman Ayun Tempel ist eines der bedeutestensten Heiligtümer auf Bali. Er ist eigentlich eine Art Familientempel der ehemaligen Köningsfamilie von Mengwi. Bereits im Jahr 1634 wurde der Tempel unter der Herrschaft von I Gusti Agung Putu, dem ersten König des Mengwi-Königreichs, fertig gestellt.
PURA TIRTA EMPUL
Der Pura Tirta Empul liegt ca. 15 km nordnordöstlich von Ubud unmittelbar im Süden des kleinen Dorfes Tampaksiring. Der Tempel ist einer der heiligsten Wassertempel in Bali. Er ist berühmt für seine heilige Quelle und für das Reinigungsritual Melukat.
Bei diesem Ritual reinigen sich Gläubiger und auch Besucher in einem Wasserbecken, das mit kristallklarem Wasser aus wasserspeienden Fontänen gespeist wird. Ein Bad in den Becken führt nach dem hinduistischen Glauben zu einer Reinigung von Seele und Geist.
PURA GUNUNG KAWI
Der Pura Gunung Kawi liegt ca. 10 km nördlich von Ubud etwa drei Kilometer südlich von des kleinen Weilers Tampaksiring, hoch über dem Tal des heiligen Flusses Pakerisan. Der Tempel wurde um 1100 erbaut und ist somit eines der ältesten Heiligtümer in Bali. In der Anlage befinden sich insgesamt neun Candis, die in ca. sieben Meter hohen Nischen stehen. Die Gräber sind für den dort einst bestatteten balinesischen König Udayana Warmadewa und Teilen von seiner Familie errichtet worden. Die Portale der Nischengräber sind dabei in den steilen Felswänden aus vulkanischen Tuffgesteinen angelegt. Weiter findet man in der Anlage auch noch einen hinduistischen Tempel, der den Gottheiten Vishnu und Lakshimi geweiht ist.