Die Kle­in­stadt Mamal­la­pu­ram oder auch Maha­balipu­ram liegt im südindis­chen Bun­desstaat Tamil Nadu und knapp ca. 60 km südlich der Großs­tadt Chen­nai und zudem direkt an der Küsten­lin­ie zum Golf von Ben­galen. In Mamal­la­pu­ram ist ein­er der wichtig­sten archäol­o­gis­chen Fun­dorte Südin­di­ens mit zahlre­ichen Bau­denkmälern aus der Palla­va-Zeit , die etwa von 7. bis 9. Jahrhun­dert andauert, zu find­en. Die Tem­pelan­la­gen von Mamal­la­pu­ram gehören somit auch seit 1985 zum UNESCO-Weltkul­turerbe. Die Pan­cha Ratha, oder auch über­set­zt „Die fünf Tem­pel“, liegen sehr nahe beieinan­der etwa 2 km südlich des Ort­szen­trums von Mamal­la­pu­ram und nur ca. 500 m west­lich der Küsten­lin­ie des Golfs von Ben­galen.

Die fünf Tem­pel sind als eine Art Schein­tem­pel anzuse­hen und wur­den aus den zur dama­li­gen Zeit an diesem Ort vor­liegen­den mono­lithis­chen Gran­it­felsen her­aus­gear­beit­et. Schein­tem­pel wohl deshalb, da die Tem­pel nur sehr ger­ing betreten wer­den kön­nen und wohl als Exper­i­men­tier­bauw­erke zur Gestal­tung von ver­schiede­nen Orna­men­tiken und Fig­uren­schmuck dien­ten. Auch wur­den die fünf Tem­pel nicht gän­zlich fer­tiggestellt. Beson­ders in den oberen Abschnit­ten sind viele nur grobe und mit weni­gen Details aus­gear­beit­ete Bere­iche zu erken­nen. Neben den fünf Tem­pel find­et man dort auf dem Gelände noch einen Ele­fan­ten, einen Löwen und eine heilige Kuh, die im Indis­chen auch als Nan­di beze­ich­net wird.

Der Küs­ten­tem­pel von Mamal­la­pu­ram befind­et sich direkt am Strand. König Rajasimha Narasimhavar­man II. erbaute die Anlage ab dem Ende des 8. Jahrhun­derts. Er gehört damit zu den ältesten freis­te­hen­den Stein­tem­peln Südin­di­ens. Der heute noch zu bewun­dernde Tem­pel ist der Einzige aus einem Kom­plex von ins­ge­samt sieben Tem­peln. Die gesamte Anlage soll sich einst auf ein­er Länge von ca. 10 km ent­lang der Küste am Golf von Ben­galen erstreckt haben. Bis auf den Küs­ten­tem­pel wur­den aber sämtliche anderen Tem­pel und Bauw­erke zer­stört. Das eigentliche Tem­pel­bauw­erk, das dem Gott Shi­va gewei­ht ist, ist von ein­er Mauer mit zahlre­ichen liegen­den Nan­di-Bullen umgeben.

West­lich des Ortskerns von Mamal­la­pu­ram erstreckt sich ein langgestreck­ter Felsen von rund 500 m Länge. Über diesen Bere­ich sind zahlre­iche weit­ere mono­lithis­che Tem­pel­baut­en und Höh­len­tem­pel ver­streut. Die wichtig­sten Tem­pel sind dabei das Krish­na-Man­da­pa und das Dhar­mara­ja-Man­da­pa, die Mahisha­sura-Höh­le sowie die Vara­ha-Höh­le.
Die „Her­abkun­ft der Gan­ga“ ist ein im 7. Jahrhun­dert ent­standenes Flachre­lief. Mit 12 m Höhe und 33 m Bre­ite ist es eines der größten, vielle­icht auch das größte heute noch existierende Fel­sre­lief der Welt.

Das Relief wird meist als Darstel­lung der Her­abkun­ft der Göt­tin Gan­ga (den per­son­ifizierten Fluss Ganges) gedeutet. Beson­ders beein­druck­end sind auch die lebensechte Darstel­lung von zwei Ele­fan­ten, ein mächtiger, stoßzahn­be­waffneter Bulle und eine Kuh mit ihren Jungtieren, die vergnüglich unter dem Bullen spie­len. Neben dem Felsen­re­lief und den Höhlen liegt eine weit­ere bedeu­tende Sehenswürdigkeit in Mamal­la­pu­ram. Krish­nas But­ter­ball, auch bekan­nt als Aber Irai Kal, liegt auf einem niedri­gen Granithügel und beste­ht eben­falls aus Gran­it. Aber Irai Kal bedeutet dabei, über­set­zt aus dem Tamil Stein des Him­mels­gottes. Die 5 * 6 m große Kugel besitzt eine Gesamt­gewicht von ca. 250 Ton­nen.


Kanchipu­ram ist eine der ältesten Städte Südin­di­ens und zählt zu den sieben heili­gen Orten des Hin­duis­mus; es ist eine wichtige Pil­ger­stätte, in der Shi­va, Vish­nu und die Göt­tin (Devi) gle­icher­maßen verehrt wer­den. Kanchipu­ram wird auch als „Stadt der tausend Tem­pel“ beze­ich­net. Tat­säch­lich sind aber nur noch rund 200 hin­duis­tis­che Tem­pel erhal­ten

Der Ekam­baranatha-Tem­pel (auch Ekam­bares­vara-Tem­pel) ist in Kanichipurm der größte Tem­pel. Er ist dem Gott Shi­va in sein­er Gestalt als „Herr des einen Man­gob­aums“ (Ekam­baranatha) gewei­ht. Die ältesten Teile des Tem­pels gehen auf die Palla­va-Zeit zurück, doch wurde er im Laufe der Jahrhun­derte immer wieder umge­baut und erweit­ert.

Der älteste aller noch erhal­te­nen Tem­pel, der über­wiegend aus Sand­stein beste­hende Kailasanatha-Tem­pel zu Ehren Shiv­as, wurde während der Palla­va-Ära um 700 erbaut. Bis heute hat er kaum bauliche Verän­derun­gen erfahren und gilt daher als eines der her­aus­ra­gend­sten Beispiele der frühen hin­duis­tis­chen Tem­pel­baukun­st im südindis­chen Dravi­da-Stil.


Der kleine Ort Shra­van­abelago­la liegt im südindis­chen Bun­desstaat Kar­nata­ka und etwa 120 km west­lich von Ben­galu­ru, der Haupt­stadt von Kar­nata­ka. Eines der wichtig­sten Pil­gerzen­tren des Jain­is­mus in Indi­en liegt dabei auf dem knapp 1000 m hohen Vin­dya­giri — Hill. Weit­ere Tem­pelan­la­gen liegen auf fünf Hügel, die in der näheren Umge­bung um den Haupthügel grup­pieren. Die Tem­pelan­lage ist dabei nur zu Fuß (mit Sock­en oder nur bar­fuß) über mehr als 600 Trep­pen­stufen, die in den blanken Gran­it­felsen gehauen sind, erre­ich­bar. Bekan­nt ist die Tem­pelan­lage für die ca. 17 m hohe mono­lithis­che Stat­ue des völ­lig nack­ten Gomatesh­wara bzw. Bahubali, der auch aus Gran­it gestal­tet wurde. Die Ende des 10. Jahrhun­derts erbaute Stat­ue ist somit auch eine der größten, freis­te­hen­den Stat­uen der antiken Welt.


Die Prov­inzs­tadt Belur liegt auf dem Dekkan-Plateau im nord­west­lichen Teil des indis­chen Bun­desstaat Kar­nata­ka. Von Ben­galu­ru, der Haupt­stadt des indis­chen Bun­desstaates Kar­nata­ka, sind es ca. 190 km in Rich­tung West­en bis nach Belur. Belur gehörte vom 12. bis 14. Jahrhun­dert zum Kernge­bi­et des Hoysala-Reich­es.  Die ehe­ma­lige Haupt­stadt des Hoysala-Reich­es, Dorasamu­dra, das heutige Halebidu, liegt nur ca. 15 km nordöstlich von Belur.

Der zu Beginn des 12. Jahrhun­derts erbaute Chen­nake­sa­va-Tem­pel ist mit seinem ca. 37 m hohem Gop­u­ram gekennze­ich­net. Er über­ragt als Wahrze­ichen die Stadt Belur. Der Tem­pel ist dabei ein her­aus­ra­gen­des Beispiel für die fil­igrane Handw­erk­skun­st der Hoysala Architek­ten und Stein­met­ze. Im Tem­pel gibt es mehr als 80 kun­stvoll gestal­tete Madani­ka bzw. Sha­l­ab­han­ji­ka Skulp­turen. Der Tem­pel ver­fügt weit­er­hin über eine mono­lithis­che, aus Stein gefer­tigte etwa 12,8 Meter hohen Anti-Schwerkraft”-Säule, die nur an der Basis befes­tigt über drei Hal­tepunk­te befes­tigt ist. Die UNESCO nahm im Jahr 2023 zusam­men mit den Tem­peln in Halebidu und Somanatha­pu­ra den Chen­nake­sa­va-Tem­pel in ihre Liste des Weltkul­turerbes auf.


Das kleine Dorf Halebib liegt im Nord­west­en des Bun­desstaates Kar­nata­ka und somit auch ca.150 km nord­west­lich von Mysu­ru auf dem Dekkan-Plateau. Halebidu, einst auch unter dem Namen Dorasamu­dra bekan­nt, war jedoch nicht immer so unbe­deu­tend wie heutzu­tage, son­dern vom 12. bis ins 14. Jahrhun­dert sog­ar die Haupt­stadt des Hoysala-Reich­es.

Bedeu­tend­ste Sehenswürdigkeit in Hal­ibubu sind der Hoysalesh­wara-Tem­pel sowie der etwas kleinere Kedaresh­wara-Tem­pel, sowie zwei weit­ere Jaina-Heiligtümer. Bei­de Tem­pel ste­hen unter dem Schutz des Archae­o­log­i­cal Sur­vey of India und sind als Denkmäler von nationaler Bedeu­tung eingestuft. Die UNESCO nahm im Jahr 2023 zusam­men mit dem Chen­nake­sa­va-Tem­pel in Belu­ru und Somanatha­pu­ra den Hoysalesh­wara-Tem­pel in ihre Liste des Weltkul­turerbes auf.


Die Stadt Mysu­ru, früher auch als Mysore beze­ich­net, ist nach Ben­galu­ru die zweit­größte Stadt im südindis­chen Bun­desstaat Kar­nata­ka. Der Stadt­name leit­et sich wohl ety­mol­o­gisch vom San­skrit­wort Mahisha Asura, das über­set­zt Büf­feldä­mon bedeutet, ab. Mahisha­sura war ein­er der mächtig­sten Dämone in der indis­chen Mytholo­gie. Die Ursprünge der Stadt gehen bis Mitte des 10. Jahrhun­derts zurück, wo sie ein erstes Mal urkundlich erwäh­nt wurde. Eine erste Blütezeit erlangte sie ab Ende des 14. Jahrhun­dert, im denen die Stadt mit eini­gen Unter­brechun­gen dann bis zur Eroberung durch die Briten nach ins­ge­samt vier Kriegen Ende des 18. Jahrhun­derts die Haupt­stadt des Fürsten­staates Mysore war.

Die Chamun­di-Hügel liegen ca. 15 km von Mysu­ru ent­fer­nt.  Der oben auf einem der Hügel befind­liche Chamundesh­wari-Tem­pel besitzt eine große religiöse Bedeu­tung für die Stad Mysu­ru und wird auch in vie­len heili­gen hin­duis­tis­chen Schriften erwäh­nt. Neben dem Tem­pel befind­en sich dort auch eine far­ben­fro­he Stat­ue des Dämo­nen Mahisha Asura und eine der drei größten in Indi­en zu find­en­den, aus einem mono­lithis­chen Gran­it­block gefer­tigten Nan­di-Stat­uen.

Das unbe­strit­tene High­light von Mysu­ru ist jedoch der Maharad­scha Palast Amba Vilas, der im Stadtzen­trum gele­gen ist. Er war Langezeit die Res­i­denz der Maharad­schas des dama­li­gen Fürsten­staates Mysore. Die Nach­fahren der Adeli­gen bewohnen heute noch einen kleinen Teil des Palastes, der dort für die Öffentlichkeit ges­per­rt ist. Der Palast ist ein­er der schön­sten und berühmtesten Palas­tan­la­gen in ganz Indi­en. Er muss somit keinen Ver­gle­ich zu den Raj­puten­palästen Nordin­di­ens, wie zum Beispiel dem Cityp­alast in Udaipur scheuen..

Von außen betra­chtet, erken­nt man deut­lich, dass der Grun­driss der Anlage sehr dem Grun­driss des Buck­ing­ham-Palastes in Lon­don ähnelt. Der Palast wurde im Zeitraum von 1897 bis 1912 nach Entwür­fen des britis­chen Architek­ten Hen­ry Irwin erbaut. Die Architek­tur vere­int dabei die unter­schiedlich­sten Baustile. Hohe rundliche Türme erin­nern an einen hin­duis­tis­chen Stil. Die Bögen, die sich fast über die gesamte Haut­fas­sade erstreck­en, sind dem islamis­chen Baustil zuzuord­nen. Eine europäisch geprägte Architek­tur find­et sich vor allem in den gotis­chen Fen­stern wieder. Der Palast wurde fast voll­ständig aus Gran­it erbaut. Nur die Kup­peln beste­hen aus Mar­mor. Im Zen­trum erhebt sich ein ca. 44 m hoher, ver­gold­e­ter Turm.

Beson­ders sehenswert ist der Dur­bar-Saal mit sein­er reich verzierten Decke und den skulp­tierten Säulen. Als Dur­bar-Saal wird dabei im All­ge­meinen ein prunk­voller Saal für formelle Hofhal­tun­gen, Audien­zen oder Ban­kette der indis­chen Maharatschas beze­ich­net. Während der zehn Tage des Dasara-Festes wird hier die Göt­tin Chamun­di verehrt. Das Dasara-Fest wird in den meis­ten Teilen Indi­ens zum Gedenken an den Sieg von Rama über den Dämo­nenkönig Ravana gefeiert. In Mysore hinge­gen wird es zu Ehren der Göt­tin Chamun­di began­gen, die den Dämo­nenkönig Mahisha­sura tötete.

Im Zen­trum der Alt­stadt von Mysu­ru befind­et sich der Devara­ja Markt. In dem selb­st für indis­che Ver­hält­nisse äußerst quirli­gen und far­ben­fro­hen Markt gibt es alles an kuli­nar­ischen und optis­chen Genüssen, was das Herz begehrt. Neben allen in Südin­di­en ange­baut­en Gemüs­esorten, gibt es aller­lei an Gewürzen, die in den typ­is­chen, kegelför­mi­gen Türm­chen, aufge­baut sind. Der Markt ist auch berühmt für seine Süßigkeit­en, die ursprünglich für die jew­eils regieren­den Mahara­jas kreiert wur­den.


Das kleine Dorf Som­nath­pur liegt ca. 35 km östlich von Mysu­ru. Der Ort ist bekan­nt durch einen Hoysala-Tem­pel, dem Chen­nake­sa­va-Tem­pel oder auch nur Kesha­va-Tem­pel genan­nt. Der Chen­nake­sa­va-Tem­pel gilt als ein­er der best erhal­te­nen­der Hoysala-Tem­pel in Indi­en und wurde im Jahr 2023, zusam­men mit eini­gen anderen Hoysala-Tem­peln in Belu­ru und Halebidu, in das Weltkul­turerbe der UNESCO aufgenom­men. Der Tem­pel wurde Mitte des 13. Jahrhun­dert von einem Gen­er­al namens Somanatha, der dem Hoysala-König Narasimha III diente, erbaut.


Udaga­man­dalam, oder kurz auch Ooty, ist eine Kle­in­stadt in den Nil­giri-Bergen. Dir Stadt liegt auf knapp 2250 m über dem Meer­esspiegel. Die englis­che Kolo­nial­macht nutzte die Stadt vor allem um den unerträglichen hohen Tem­per­a­turen im indis­chen Hochsom­mer zu entkom­men. Auch diente Udaga­man­dalam auch als Som­merquarti­er der britis­chen Kolo­nialver­wal­tung von der Prov­inz Madras, dem jet­zi­gen Chen­nai.

Otty selb­st lebt heute vom Touris­mus, vor allem vom indis­chen Touris­mus, und natür­lich vom Tee-Anbau, den die Englän­der in dieser Region etablierten. Daneben wer­den Gemüse und Obst zum Zweck der Selb­stver­sorgung ange­baut. Zum Abtrans­port, der in dieser Gegend gewon­nen Güter, erstellte die Englän­der ab dem Jahr 1908 eine Zah­n­rad­schmal­spur­bahn, die heutzu­tage die einzige Zah­n­rad­bahn in Indi­en ist. Die Bahn wird heutzu­tage im Abschnitt zwis­chen Udaga­man­dalam und Coonoor für touris­tis­che Zwecke genutzt. Im Juli 2005 nahm die UNSECO die Nil­giri Moun­tain Rail­way schließlich in die Liste des Weltkul­turerbes auf.


Tan­jore, wie es zur britis­chen Kolo­nialzeit beze­ich­net wurde, heißt jet­zt im indis­chen Sprachge­brauch Than­javur. Die Stadt liegt im südindis­chen Bun­desstaat Tamil Nadu und besitzt ca. 250.000 Ein­wohn­er. Die Stadt liegt ca. 350 km süd­west­lich von Chen­nai, der Haupt­stadt des Bun­desstaates Tamil Nadu..Than­javur war im Zeitraum des 9. bis zum 11. Jahrhun­derts die Haupt­stadt des Chola-Reich­es. Das Chola-Reich war zu diesem Zeit­punkt eines der bedeu­tend­sten tamilis­chen Kön­i­gre­iche.

Das Reich erstreck­te sich dabei über weite Teile Südin­di­ens und umfasste zudem auch die Insel Sri Lan­ka. Das kul­turelle Ein­flussge­bi­et reicht zum Höhen­punkt des Reich­es zudem weit bis in das östliche Nordin­di­en aber auch bis nach Südostasien. Die alles über­ra­gende Sehenswürdigkeit und auch Wahrze­ichen in Than­javur ist der Bri­hadish­vara-Tem­pel. Rajara­ja Chola I, ein­er der bedeu­tend­sten Könige des Cola-Reich­es, erbaut die beein­druck­ende Tem­pelan­lage ab dem Ende des 10. Jahrhun­derts. Der Bri­hadish­vara-Tem­pel gilt als eine der bedeu­tend­sten Anla­gen dieser Art und wurde auch im Jahr 1987 durch die UNSECA in Weltkul­turerbe aufgenom­men.

Der Bau des Tem­pels, der dem Gott Shi­va gewei­ht wurde, dauert nur knapp 15 Jahre und wurde durch den Bauher­rn selb­st durch das Auf­set­zen der Spitze des Vimanas abgeschlossen. Der Haupt­turm besitzt eine Höhe von ca. 61 m und 13 Stock­w­erke. Das gesamte Tem­pel­gelände wir durch eine Mauer umschlossen, auf der 250 Lin­gas­tat­uen thro­nen. Der Tem­pel­bezirk kann nur durch ein Dop­pel­tor, durch zwei soge­nan­nte Gop­u­rams, betreten wer­den.


Chet­ti­nad, oder auch Chet­ti­nadu ist eine Region und ein Zusam­men­schluss aus elf Dör­fern im südindis­chen Bun­desstaat Tamil Nadu. Die Region Chet­ti­nad ist die Heimat der Händlerkaste der Nat­tukot­tai Chet­tiar und für ihr reich­es Architek­tur- und Kul­turerbe bekan­nt. Bekan­nteste Gemeinde ist wohl das Dorf Kanadukathan, in dem sich eine Vielzahl der für die Nat­tukot­tai Chet­tiar berühmten und opu­len­ten Anwe­sen, mit großen Sälen, Innen­höfen und hun­derten Zim­mer, befind­en.

Außer für ihre Architek­tur ist die Region Chet­ti­nad für ihre kuli­nar­ische Tra­di­tion bekan­nt. In der Region wird eine beson­ders schmack­hafte Vari­ante der tamilis­chen Küche gepflegt. Seit 2014 ste­ht die Gruppe von elf Dör­fern in Chet­ti­nad auf der Ten­ta­tivliste Indi­ens für die Auf­nahme in das UNESCO-Weltkul­turerbe.


Tiruchi­rap­pal­li, liebevoll auch in der Kurz­form als Tiruchi oder Trichy beze­ich­net, ist eine Großs­tadt im südindis­chen Bun­desstaat Tamil Nadu. Der Ort Uraiyur, heute ein klein­er Vorort von Tiruchi­rap­pal­li, war einst die Haupt­stadt der frühen Chola-Herrsch­er und wurde schon im 3. Jahrhun­dert vor Chris­tus erst­mals schriftlich erwäh­nt. Im wahrsten Sinn alles über­ra­gend ist das Rock Fort im Zen­trum der Stadt Tiruchi­rap­pal­li. Auf dem ca. 80 m hohen mono­lithis­chen Gran­it­felsen thront der 400 Stufen, der dem Ele­fan­ten­gott Gane­sha gewei­ht ist. Der Felsen gilt mit ca. 3,8 Mil­liar­den Jahre als ein­er der ältesten Gesteine weltweit. Den Tem­pel erre­icht man über bar­fuß über ca. 400 Stufen, die in den Gran­it geschla­gen sind.

Das Amma Man­da­pam Ghat liegt direkt am Fluss Kaveri, der durch die Stadt Tiruchi­rap­pal­li fließt. Der Kaveri gilt den Hin­dus als ein­er der heili­gen Flüsss Indi­en und wird daher auch als Dak­shi­na Gan­ga, über­set­zt Ganges des Südens, beze­ich­net. Viele Gläu­bige Hin­dus baden dort vor dem Besuch des Sri Ran­ganatha Tem­pels. An dem Flus­sufer find­en auch zahlre­iche Zer­e­monien und Rit­uale statt.

Die Pil­ger baden für Glück und Segen, Priester beten für eine Geburt und Trauernde ver­streuen die Asche von Ver­stor­be­nen im Fluss. Viele Pil­ger kom­men auch hier­her, um sich zu reini­gen, bevor sie im nahe gele­ge­nen Sri Ran­ganatha Tem­pel weit­ere hin­duis­tis­che Zer­e­monien aus­führen.

Der Sri Ran­ganathaswamy Tem­pel liegt in Stadt­teil Sri­rangam von Tiruchi­rap­pal­li. Der Tem­pel ist der größte Hin­dutem­pel in Indi­en und gilt auch ein­er der größten, noch aktiv­en religiösen Stät­ten auf der Welt. Der Tem­pel ist dem Gott Vish­nu und sein­er Gemahlin Lak­sh­mi gewei­ht. Erst­mals wurde an dieser Stelle ein Tem­pel schon um Christi Geburt erwäh­nt.

Der gesamte Tem­pelkom­plex erstreckt sich auf ein­er Fläche von ca. 630.000 m². Die heutige Anlage geht aber wohl im Wesentlichen auf das tamilis­che Chola-Reich zurück, das im 9. bis 13. Jahrhun­dert weite Teile Südin­di­ens beherrschte. Beson­ders beein­druck­end sind die riesi­gen Ein­gang­store, Gop­u­rams, die bis zu 73 m in die Höhe ragen. Die Tem­pel­tore in der heuti­gen Form ent­standen aber erst in der Neuzeit (16. bis 20. Jahrhun­dert).


Der Bun­desstaat Goa ist der kle­in­ste Bun­desstaat Indi­ens und liegt im West­en des Sub­kon­ti­nentes unmit­tel­bar am ara­bis­chen Meer. Die Region wird auch als Konkanküste beze­ich­net. Die mit Abstand größte Stadt in der Region war und ist Mum­bai, das früher als Bom­bay beze­ich­net wurde. Die gle­ich­namige Stadt Goa, die heute als Vel­ha Goa beze­ich­net wird, war einst die Haupt­stadt der por­tugiesis­chen Kolonie Por­tugiesisch-Indi­en und somit auch Sitz des por­tugiesis­chen Vizekönigs. Von dort startet ein­st­mals mit Ein­set­zen des Nor­dost­pas­sates die Schiffe der por­tugiesis­chen Han­dels­flotte, um die Schätze Indi­en nach Por­tu­gal zu brin­gen. Die Stadt Goa mit ihren Kirchen wurde in Jahr 1986 von der UNESCO in die Liste des Weltkul­turerbes aufgenom­men.

Eine der zwei wichtig­sten Kirchen in Vel­ha Goa ist die Cat­e­dral de Goa. Die Kirche wird auch Sé de San­ta Cata­ri­na beze­ich­net und ist somit der heili­gen Katha­ri­na von Alexan­drien gewei­ht. Die Ursprünge der Kirche gehen auf einen ersten Bau ein­er Kapelle im früher 16. Jahrhun­dert zurück. Die Haup­tar­beit­en am Kirchenge­bäude began­nen dann Ende des 16. Jahrhun­derts und wur­den ca. 1620 abgeschlossen. Die Basíli­ca do Bom Jesus ist die zweite Kirche in Vel­ha Goa, die ins Weltkul­turerbe der UNSECO aufgenom­men wurde. Die Kirche ist dem Guten Jesus gewei­ht. Die Basi­li­ka ist eine der ältesten, katholis­chen Kirchen in Goa und auch in ganz Indi­en. Sie wurde von Ende 16. Jahrhun­derts bis Anfang des 17. Jahrhun­dert erbaut. Die Reliquien des heilige Franz Xaver, der als Mit­grün­der der Gesellschaft Jesu, den Jesuit­en, gilt, sind dort in einem sil­ber­nen Reliquien­schrein ver­wahrt.