
MAMALLAPURAM
PANCHA RATHA
Die Kleinstadt Mamallapuram oder auch Mahabalipuram liegt im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu und knapp ca. 60 km südlich der Großstadt Chennai und zudem direkt an der Küstenlinie zum Golf von Bengalen. In Mamallapuram ist einer der wichtigsten archäologischen Fundorte Südindiens mit zahlreichen Baudenkmälern aus der Pallava-Zeit , die etwa von 7. bis 9. Jahrhundert andauert, zu finden. Die Tempelanlagen von Mamallapuram gehören somit auch seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Pancha Ratha, oder auch übersetzt „Die fünf Tempel“, liegen sehr nahe beieinander etwa 2 km südlich des Ortszentrums von Mamallapuram und nur ca. 500 m westlich der Küstenlinie des Golfs von Bengalen.
Die fünf Tempel sind als eine Art Scheintempel anzusehen und wurden aus den zur damaligen Zeit an diesem Ort vorliegenden monolithischen Granitfelsen herausgearbeitet. Scheintempel wohl deshalb, da die Tempel nur sehr gering betreten werden können und wohl als Experimentierbauwerke zur Gestaltung von verschiedenen Ornamentiken und Figurenschmuck dienten. Auch wurden die fünf Tempel nicht gänzlich fertiggestellt. Besonders in den oberen Abschnitten sind viele nur grobe und mit wenigen Details ausgearbeitete Bereiche zu erkennen. Neben den fünf Tempel findet man dort auf dem Gelände noch einen Elefanten, einen Löwen und eine heilige Kuh, die im Indischen auch als Nandi bezeichnet wird.
TATAVARTI MANDIR
Der Küstentempel von Mamallapuram befindet sich direkt am Strand. König Rajasimha Narasimhavarman II. erbaute die Anlage ab dem Ende des 8. Jahrhunderts. Er gehört damit zu den ältesten freistehenden Steintempeln Südindiens. Der heute noch zu bewundernde Tempel ist der Einzige aus einem Komplex von insgesamt sieben Tempeln. Die gesamte Anlage soll sich einst auf einer Länge von ca. 10 km entlang der Küste am Golf von Bengalen erstreckt haben. Bis auf den Küstentempel wurden aber sämtliche anderen Tempel und Bauwerke zerstört. Das eigentliche Tempelbauwerk, das dem Gott Shiva geweiht ist, ist von einer Mauer mit zahlreichen liegenden Nandi-Bullen umgeben.
MAHISHASURA — VARAHA — GANGA
Westlich des Ortskerns von Mamallapuram erstreckt sich ein langgestreckter Felsen von rund 500 m Länge. Über diesen Bereich sind zahlreiche weitere monolithische Tempelbauten und Höhlentempel verstreut. Die wichtigsten Tempel sind dabei das Krishna-Mandapa und das Dharmaraja-Mandapa, die Mahishasura-Höhle sowie die Varaha-Höhle.
Die „Herabkunft der Ganga“ ist ein im 7. Jahrhundert entstandenes Flachrelief. Mit 12 m Höhe und 33 m Breite ist es eines der größten, vielleicht auch das größte heute noch existierende Felsrelief der Welt.
Das Relief wird meist als Darstellung der Herabkunft der Göttin Ganga (den personifizierten Fluss Ganges) gedeutet. Besonders beeindruckend sind auch die lebensechte Darstellung von zwei Elefanten, ein mächtiger, stoßzahnbewaffneter Bulle und eine Kuh mit ihren Jungtieren, die vergnüglich unter dem Bullen spielen. Neben dem Felsenrelief und den Höhlen liegt eine weitere bedeutende Sehenswürdigkeit in Mamallapuram. Krishnas Butterball, auch bekannt als Aber Irai Kal, liegt auf einem niedrigen Granithügel und besteht ebenfalls aus Granit. Aber Irai Kal bedeutet dabei, übersetzt aus dem Tamil Stein des Himmelsgottes. Die 5 * 6 m große Kugel besitzt eine Gesamtgewicht von ca. 250 Tonnen.
KANCHIPURAM
KANCHEEPURAM
Kanchipuram ist eine der ältesten Städte Südindiens und zählt zu den sieben heiligen Orten des Hinduismus; es ist eine wichtige Pilgerstätte, in der Shiva, Vishnu und die Göttin (Devi) gleichermaßen verehrt werden. Kanchipuram wird auch als „Stadt der tausend Tempel“ bezeichnet. Tatsächlich sind aber nur noch rund 200 hinduistische Tempel erhalten
EKAMBARANTHA TEMPEL
Der Ekambaranatha-Tempel (auch Ekambaresvara-Tempel) ist in Kanichipurm der größte Tempel. Er ist dem Gott Shiva in seiner Gestalt als „Herr des einen Mangobaums“ (Ekambaranatha) geweiht. Die ältesten Teile des Tempels gehen auf die Pallava-Zeit zurück, doch wurde er im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umgebaut und erweitert.
KAILASANATHA-TEMPEL
Der älteste aller noch erhaltenen Tempel, der überwiegend aus Sandstein bestehende Kailasanatha-Tempel zu Ehren Shivas, wurde während der Pallava-Ära um 700 erbaut. Bis heute hat er kaum bauliche Veränderungen erfahren und gilt daher als eines der herausragendsten Beispiele der frühen hinduistischen Tempelbaukunst im südindischen Dravida-Stil.
SHAVANBELAGOLA
GOMATESDWARA
Der kleine Ort Shravanabelagola liegt im südindischen Bundesstaat Karnataka und etwa 120 km westlich von Bengaluru, der Hauptstadt von Karnataka. Eines der wichtigsten Pilgerzentren des Jainismus in Indien liegt dabei auf dem knapp 1000 m hohen Vindyagiri — Hill. Weitere Tempelanlagen liegen auf fünf Hügel, die in der näheren Umgebung um den Haupthügel gruppieren. Die Tempelanlage ist dabei nur zu Fuß (mit Socken oder nur barfuß) über mehr als 600 Treppenstufen, die in den blanken Granitfelsen gehauen sind, erreichbar. Bekannt ist die Tempelanlage für die ca. 17 m hohe monolithische Statue des völlig nackten Gomateshwara bzw. Bahubali, der auch aus Granit gestaltet wurde. Die Ende des 10. Jahrhunderts erbaute Statue ist somit auch eine der größten, freistehenden Statuen der antiken Welt.
BELUR
BELURU
Die Provinzstadt Belur liegt auf dem Dekkan-Plateau im nordwestlichen Teil des indischen Bundesstaat Karnataka. Von Bengaluru, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Karnataka, sind es ca. 190 km in Richtung Westen bis nach Belur. Belur gehörte vom 12. bis 14. Jahrhundert zum Kerngebiet des Hoysala-Reiches. Die ehemalige Hauptstadt des Hoysala-Reiches, Dorasamudra, das heutige Halebidu, liegt nur ca. 15 km nordöstlich von Belur.
CHENNAKESAVA
Der zu Beginn des 12. Jahrhunderts erbaute Chennakesava-Tempel ist mit seinem ca. 37 m hohem Gopuram gekennzeichnet. Er überragt als Wahrzeichen die Stadt Belur. Der Tempel ist dabei ein herausragendes Beispiel für die filigrane Handwerkskunst der Hoysala Architekten und Steinmetze. Im Tempel gibt es mehr als 80 kunstvoll gestaltete Madanika bzw. Shalabhanjika Skulpturen. Der Tempel verfügt weiterhin über eine monolithische, aus Stein gefertigte etwa 12,8 Meter hohen Anti-Schwerkraft”-Säule, die nur an der Basis befestigt über drei Haltepunkte befestigt ist. Die UNESCO nahm im Jahr 2023 zusammen mit den Tempeln in Halebidu und Somanathapura den Chennakesava-Tempel in ihre Liste des Weltkulturerbes auf.
HALEBIB
HALEBIBU
Das kleine Dorf Halebib liegt im Nordwesten des Bundesstaates Karnataka und somit auch ca.150 km nordwestlich von Mysuru auf dem Dekkan-Plateau. Halebidu, einst auch unter dem Namen Dorasamudra bekannt, war jedoch nicht immer so unbedeutend wie heutzutage, sondern vom 12. bis ins 14. Jahrhundert sogar die Hauptstadt des Hoysala-Reiches.
HOYSALESHWARA — KEDARESHWARA
Bedeutendste Sehenswürdigkeit in Halibubu sind der Hoysaleshwara-Tempel sowie der etwas kleinere Kedareshwara-Tempel, sowie zwei weitere Jaina-Heiligtümer. Beide Tempel stehen unter dem Schutz des Archaeological Survey of India und sind als Denkmäler von nationaler Bedeutung eingestuft. Die UNESCO nahm im Jahr 2023 zusammen mit dem Chennakesava-Tempel in Beluru und Somanathapura den Hoysaleshwara-Tempel in ihre Liste des Weltkulturerbes auf.
MYSURU
MAHISHASURA
Die Stadt Mysuru, früher auch als Mysore bezeichnet, ist nach Bengaluru die zweitgrößte Stadt im südindischen Bundesstaat Karnataka. Der Stadtname leitet sich wohl etymologisch vom Sanskritwort Mahisha Asura, das übersetzt Büffeldämon bedeutet, ab. Mahishasura war einer der mächtigsten Dämone in der indischen Mythologie. Die Ursprünge der Stadt gehen bis Mitte des 10. Jahrhunderts zurück, wo sie ein erstes Mal urkundlich erwähnt wurde. Eine erste Blütezeit erlangte sie ab Ende des 14. Jahrhundert, im denen die Stadt mit einigen Unterbrechungen dann bis zur Eroberung durch die Briten nach insgesamt vier Kriegen Ende des 18. Jahrhunderts die Hauptstadt des Fürstenstaates Mysore war.
Die Chamundi-Hügel liegen ca. 15 km von Mysuru entfernt. Der oben auf einem der Hügel befindliche Chamundeshwari-Tempel besitzt eine große religiöse Bedeutung für die Stad Mysuru und wird auch in vielen heiligen hinduistischen Schriften erwähnt. Neben dem Tempel befinden sich dort auch eine farbenfrohe Statue des Dämonen Mahisha Asura und eine der drei größten in Indien zu findenden, aus einem monolithischen Granitblock gefertigten Nandi-Statuen.
AMBA VILAS
Das unbestrittene Highlight von Mysuru ist jedoch der Maharadscha Palast Amba Vilas, der im Stadtzentrum gelegen ist. Er war Langezeit die Residenz der Maharadschas des damaligen Fürstenstaates Mysore. Die Nachfahren der Adeligen bewohnen heute noch einen kleinen Teil des Palastes, der dort für die Öffentlichkeit gesperrt ist. Der Palast ist einer der schönsten und berühmtesten Palastanlagen in ganz Indien. Er muss somit keinen Vergleich zu den Rajputenpalästen Nordindiens, wie zum Beispiel dem Citypalast in Udaipur scheuen..
Von außen betrachtet, erkennt man deutlich, dass der Grundriss der Anlage sehr dem Grundriss des Buckingham-Palastes in London ähnelt. Der Palast wurde im Zeitraum von 1897 bis 1912 nach Entwürfen des britischen Architekten Henry Irwin erbaut. Die Architektur vereint dabei die unterschiedlichsten Baustile. Hohe rundliche Türme erinnern an einen hinduistischen Stil. Die Bögen, die sich fast über die gesamte Hautfassade erstrecken, sind dem islamischen Baustil zuzuordnen. Eine europäisch geprägte Architektur findet sich vor allem in den gotischen Fenstern wieder. Der Palast wurde fast vollständig aus Granit erbaut. Nur die Kuppeln bestehen aus Marmor. Im Zentrum erhebt sich ein ca. 44 m hoher, vergoldeter Turm.
Besonders sehenswert ist der Durbar-Saal mit seiner reich verzierten Decke und den skulptierten Säulen. Als Durbar-Saal wird dabei im Allgemeinen ein prunkvoller Saal für formelle Hofhaltungen, Audienzen oder Bankette der indischen Maharatschas bezeichnet. Während der zehn Tage des Dasara-Festes wird hier die Göttin Chamundi verehrt. Das Dasara-Fest wird in den meisten Teilen Indiens zum Gedenken an den Sieg von Rama über den Dämonenkönig Ravana gefeiert. In Mysore hingegen wird es zu Ehren der Göttin Chamundi begangen, die den Dämonenkönig Mahishasura tötete.
DEVARAJA
Im Zentrum der Altstadt von Mysuru befindet sich der Devaraja Markt. In dem selbst für indische Verhältnisse äußerst quirligen und farbenfrohen Markt gibt es alles an kulinarischen und optischen Genüssen, was das Herz begehrt. Neben allen in Südindien angebauten Gemüsesorten, gibt es allerlei an Gewürzen, die in den typischen, kegelförmigen Türmchen, aufgebaut sind. Der Markt ist auch berühmt für seine Süßigkeiten, die ursprünglich für die jeweils regierenden Maharajas kreiert wurden.
SOMNATHPUR
CHENNAKESAVA TEMPEL
Das kleine Dorf Somnathpur liegt ca. 35 km östlich von Mysuru. Der Ort ist bekannt durch einen Hoysala-Tempel, dem Chennakesava-Tempel oder auch nur Keshava-Tempel genannt. Der Chennakesava-Tempel gilt als einer der best erhaltenender Hoysala-Tempel in Indien und wurde im Jahr 2023, zusammen mit einigen anderen Hoysala-Tempeln in Beluru und Halebidu, in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Der Tempel wurde Mitte des 13. Jahrhundert von einem General namens Somanatha, der dem Hoysala-König Narasimha III diente, erbaut.
UDAGAMANDALAM
OOTY
Udagamandalam, oder kurz auch Ooty, ist eine Kleinstadt in den Nilgiri-Bergen. Dir Stadt liegt auf knapp 2250 m über dem Meeresspiegel. Die englische Kolonialmacht nutzte die Stadt vor allem um den unerträglichen hohen Temperaturen im indischen Hochsommer zu entkommen. Auch diente Udagamandalam auch als Sommerquartier der britischen Kolonialverwaltung von der Provinz Madras, dem jetzigen Chennai.
NILGIRI MOUNTAIN RAILWAY
Otty selbst lebt heute vom Tourismus, vor allem vom indischen Tourismus, und natürlich vom Tee-Anbau, den die Engländer in dieser Region etablierten. Daneben werden Gemüse und Obst zum Zweck der Selbstversorgung angebaut. Zum Abtransport, der in dieser Gegend gewonnen Güter, erstellte die Engländer ab dem Jahr 1908 eine Zahnradschmalspurbahn, die heutzutage die einzige Zahnradbahn in Indien ist. Die Bahn wird heutzutage im Abschnitt zwischen Udagamandalam und Coonoor für touristische Zwecke genutzt. Im Juli 2005 nahm die UNSECO die Nilgiri Mountain Railway schließlich in die Liste des Weltkulturerbes auf.
THANJAVUR
TANJORE
Tanjore, wie es zur britischen Kolonialzeit bezeichnet wurde, heißt jetzt im indischen Sprachgebrauch Thanjavur. Die Stadt liegt im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu und besitzt ca. 250.000 Einwohner. Die Stadt liegt ca. 350 km südwestlich von Chennai, der Hauptstadt des Bundesstaates Tamil Nadu..Thanjavur war im Zeitraum des 9. bis zum 11. Jahrhunderts die Hauptstadt des Chola-Reiches. Das Chola-Reich war zu diesem Zeitpunkt eines der bedeutendsten tamilischen Königreiche.
BRIHADISHVARA TEMPEL
Das Reich erstreckte sich dabei über weite Teile Südindiens und umfasste zudem auch die Insel Sri Lanka. Das kulturelle Einflussgebiet reicht zum Höhenpunkt des Reiches zudem weit bis in das östliche Nordindien aber auch bis nach Südostasien. Die alles überragende Sehenswürdigkeit und auch Wahrzeichen in Thanjavur ist der Brihadishvara-Tempel. Rajaraja Chola I, einer der bedeutendsten Könige des Cola-Reiches, erbaut die beeindruckende Tempelanlage ab dem Ende des 10. Jahrhunderts. Der Brihadishvara-Tempel gilt als eine der bedeutendsten Anlagen dieser Art und wurde auch im Jahr 1987 durch die UNSECA in Weltkulturerbe aufgenommen.
Der Bau des Tempels, der dem Gott Shiva geweiht wurde, dauert nur knapp 15 Jahre und wurde durch den Bauherrn selbst durch das Aufsetzen der Spitze des Vimanas abgeschlossen. Der Hauptturm besitzt eine Höhe von ca. 61 m und 13 Stockwerke. Das gesamte Tempelgelände wir durch eine Mauer umschlossen, auf der 250 Lingastatuen thronen. Der Tempelbezirk kann nur durch ein Doppeltor, durch zwei sogenannte Gopurams, betreten werden.
CHETTINAD
NATTUKOTTAI CHETTIAR
Chettinad, oder auch Chettinadu ist eine Region und ein Zusammenschluss aus elf Dörfern im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Die Region Chettinad ist die Heimat der Händlerkaste der Nattukottai Chettiar und für ihr reiches Architektur- und Kulturerbe bekannt. Bekannteste Gemeinde ist wohl das Dorf Kanadukathan, in dem sich eine Vielzahl der für die Nattukottai Chettiar berühmten und opulenten Anwesen, mit großen Sälen, Innenhöfen und hunderten Zimmer, befinden.
KANADUKATHAN
Außer für ihre Architektur ist die Region Chettinad für ihre kulinarische Tradition bekannt. In der Region wird eine besonders schmackhafte Variante der tamilischen Küche gepflegt. Seit 2014 steht die Gruppe von elf Dörfern in Chettinad auf der Tentativliste Indiens für die Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe.
TIRUCHIAPALLI
ROCK FORT
Tiruchirappalli, liebevoll auch in der Kurzform als Tiruchi oder Trichy bezeichnet, ist eine Großstadt im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Der Ort Uraiyur, heute ein kleiner Vorort von Tiruchirappalli, war einst die Hauptstadt der frühen Chola-Herrscher und wurde schon im 3. Jahrhundert vor Christus erstmals schriftlich erwähnt. Im wahrsten Sinn alles überragend ist das Rock Fort im Zentrum der Stadt Tiruchirappalli. Auf dem ca. 80 m hohen monolithischen Granitfelsen thront der 400 Stufen, der dem Elefantengott Ganesha geweiht ist. Der Felsen gilt mit ca. 3,8 Milliarden Jahre als einer der ältesten Gesteine weltweit. Den Tempel erreicht man über barfuß über ca. 400 Stufen, die in den Granit geschlagen sind.
AMMA MANDAPAM GHAT
Das Amma Mandapam Ghat liegt direkt am Fluss Kaveri, der durch die Stadt Tiruchirappalli fließt. Der Kaveri gilt den Hindus als einer der heiligen Flüsss Indien und wird daher auch als Dakshina Ganga, übersetzt Ganges des Südens, bezeichnet. Viele Gläubige Hindus baden dort vor dem Besuch des Sri Ranganatha Tempels. An dem Flussufer finden auch zahlreiche Zeremonien und Rituale statt.
Die Pilger baden für Glück und Segen, Priester beten für eine Geburt und Trauernde verstreuen die Asche von Verstorbenen im Fluss. Viele Pilger kommen auch hierher, um sich zu reinigen, bevor sie im nahe gelegenen Sri Ranganatha Tempel weitere hinduistische Zeremonien ausführen.
SRI RANGANATHA SWAMY
Der Sri Ranganathaswamy Tempel liegt in Stadtteil Srirangam von Tiruchirappalli. Der Tempel ist der größte Hindutempel in Indien und gilt auch einer der größten, noch aktiven religiösen Stätten auf der Welt. Der Tempel ist dem Gott Vishnu und seiner Gemahlin Lakshmi geweiht. Erstmals wurde an dieser Stelle ein Tempel schon um Christi Geburt erwähnt.
Der gesamte Tempelkomplex erstreckt sich auf einer Fläche von ca. 630.000 m². Die heutige Anlage geht aber wohl im Wesentlichen auf das tamilische Chola-Reich zurück, das im 9. bis 13. Jahrhundert weite Teile Südindiens beherrschte. Besonders beeindruckend sind die riesigen Eingangstore, Gopurams, die bis zu 73 m in die Höhe ragen. Die Tempeltore in der heutigen Form entstanden aber erst in der Neuzeit (16. bis 20. Jahrhundert).
GOA
VEHLA GOA
Der Bundesstaat Goa ist der kleinste Bundesstaat Indiens und liegt im Westen des Subkontinentes unmittelbar am arabischen Meer. Die Region wird auch als Konkanküste bezeichnet. Die mit Abstand größte Stadt in der Region war und ist Mumbai, das früher als Bombay bezeichnet wurde. Die gleichnamige Stadt Goa, die heute als Velha Goa bezeichnet wird, war einst die Hauptstadt der portugiesischen Kolonie Portugiesisch-Indien und somit auch Sitz des portugiesischen Vizekönigs. Von dort startet einstmals mit Einsetzen des Nordostpassates die Schiffe der portugiesischen Handelsflotte, um die Schätze Indien nach Portugal zu bringen. Die Stadt Goa mit ihren Kirchen wurde in Jahr 1986 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
CATEDRAL DE GOA — BALSILICA DO BOM JESUS
Eine der zwei wichtigsten Kirchen in Velha Goa ist die Catedral de Goa. Die Kirche wird auch Sé de Santa Catarina bezeichnet und ist somit der heiligen Katharina von Alexandrien geweiht. Die Ursprünge der Kirche gehen auf einen ersten Bau einer Kapelle im früher 16. Jahrhundert zurück. Die Hauptarbeiten am Kirchengebäude begannen dann Ende des 16. Jahrhunderts und wurden ca. 1620 abgeschlossen. Die Basílica do Bom Jesus ist die zweite Kirche in Velha Goa, die ins Weltkulturerbe der UNSECO aufgenommen wurde. Die Kirche ist dem Guten Jesus geweiht. Die Basilika ist eine der ältesten, katholischen Kirchen in Goa und auch in ganz Indien. Sie wurde von Ende 16. Jahrhunderts bis Anfang des 17. Jahrhundert erbaut. Die Reliquien des heilige Franz Xaver, der als Mitgründer der Gesellschaft Jesu, den Jesuiten, gilt, sind dort in einem silbernen Reliquienschrein verwahrt.